Regionales Weihnachtsgebäck

Zur Weihnachtszeit gibt es viele regionale Gebäckspezialitäten, die nicht nur in ihrer Heimat sondern weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt und beliebt sind. Wir haben für Sie einen Blick in die Adventsbäckerei geworfen und nachgeforscht, wie die regionalen Spezialitäten entstanden sind.

Nürnberger Lebkuchen

Lebkuchen ist ein Gebäck, das mit exotischen Gewürzen, wie Zimt, Nelken, Kardamom und Muskatnuss, verfeinert ist. Zum Süßen wird nicht Zucker sondern Honig verwendet. Der Lebkuchen, wie er uns bekannt ist, wurde erstmals in Franken hergestellt.
Der Nürnberger Lebkuchen ist weltweit bekannt. Nürnberg war früher eine wichtige Handelsstadt für exotische Gewürze, ein wichtiger Grund, warum sich dort die Lebkuchenindustrie angesiedelt hat.
Die Bezeichnung Nürnberger Lebkuchen ist gesetzlich geschützt und darf nur für Lebkuchen verwendet werden, der in Nürnberg hergestellt ist. Eine besondere Spezialität des Nürnberger Lebkuchens ist der Elisen-Lebkuchen, der besonders viele Mandeln enthält.

Frankfurter Bethmännchen

Die Bethmännchen sind eine Frankfurter Gebäckspezialität, die zur Weihnachtszeit angeboten wird. Bethmännchen werden aus Marzipanteig hergestellt, der mit drei Mandelhälften verziert wird.
Das kugelige Weihnachtsgebäck blickt auf eine lange Tradition zurück. Im 19. Jahrhundert wurde die Spezialität von einem französischen Konditor für die Frankfurter Familie Bethmann erfunden und nach ihr benannt. Die drei Mandeln, die die Bethmännchen zieren, stehen für die drei Söhne der Familie Bethmann.

Spekulatius

Spekulatius haben ihre Ursprünge in Holland und dem Rheinland. Der Mürbeteig, der überwiegend aus Mandeln, Zimt, Nelken, Kardamon und Muskatnuss besteht, wird in Reliefformen ausgestochen und gebacken. Der Name des würzigen Gebäckes stammt vom lateinischen „speculator“ (Bischof), dem Beinamen des heiligen Nikolaus.

Aachener Printen

Aachener Printen sind ähnlich wie Lebkuchen. Sie werden jedoch nicht mit Honig sondern mit Zuckerrübensirup gesüßt. Ebenso wie der Lebkuchen enthalten die Printen die typischen exotischen Lebkuchengewürze wie Zimt, Anis, Koriander und viele mehr.
Die Aachener Printen stammen, wie der Name schon besagt, aus Aachen. Ursprünglich kommt das Rezept vermutlich aus Belgien. In Aachen selbst konnte sich die Herstellung der Printen entwickeln, da dort viele Schokoladenhersteller ansässig sind.
Wie beim Nürnberger Lebkuchen ist die Bezeichnung „Aachener Printen“ gesetzlich geschützt und darf nur für das Gebäck aus der nordrhein-westfälischen Stadt verwendet werden.

Dresdner Christstollen

Der wohl bekannteste Weihnachtsstollen ist der Dresdener Christstollen. Das Hefegebäck hat eine lange Tradition in Deutschland. Erstmals wurde der Christstollen 1329 erwähnt. In der sächsischen Hauptstadt wurde der Stollen zum ersten Mal 1474 gebacken.
Dort wurde er unter dem Namen „Striezel“ bekannt. Der heute noch benutzte Name des Dresdener Weihnachtsmarktes – Striezelmarkt – stammt aus dieser Zeit. Früher wurde der Stollen in der Fastenzeit gegessen, er war besonders leicht und fettarm. Das hat sich geändert, heute besteht der Christstollen aus einem schweren Hefeteig, der mit Rosinen, Korinthen und Sultaninen hergestellt wird.

Die Form des Christstollens hat eine besondere Bedeutung. Sie soll das in Tücher eingewickelte Christkind darstellen. Der Dresdner Christstollen darf nur als solcher bezeichnet werden, wenn er im Raum Dresden hergestellt wurde.