Neujahrsbräuche

Das Silvesterfest war jedoch schon immer weniger ein kirchliches als ein weltliches Fest. Schon im alten Rom wurde ausgiebig mit Ess- und Trinkgelagen gefeiert.

Dabei gab es auch Opfergaben. Zunächst wurde dieses heidnische Treiben unter den Christen abgelehnt, nach und nach wurden die römischen Neujahrsbräuche aber von der Bevölkerung übernommen.

Der Silvesterabend steht sinnbildlich für den Abschied vom alten und den Start ins neue Jahr. Dieser Übergang wird kulturell mit unterschiedlichen Brauchhandlungen verbunden. Die Zukunft erschien in der Vormoderne kaum kalkulierbar.

Wohlstand war für die Bevölkerungsmehrheit maßgeblich von klimatischen Bedingungen abhängig, die Sorge vor Hunger- und Notjahren entsprechend groß.

Diese Tatsache spiegelt sich in diversen Orakelbräuchen, die zum Jahresübergang abgehalten wurden und heute zum Teil noch in spielerischer Form Anwendung finden.

Bleigießen, Schuhwerfen und Apfelschälen sind regionale Ausformungen des gleichen Wunsches – einen Blick in die Zukunft zu erlangen.

In der Nacht zum Jahreswechsel geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern. Geknalle, lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten bei denen Trommeln, Schellen und Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, sollten diese fernhalten.

In unserer Zeit wird dieses Brauchtum weltweit durch gigantische Feuerwerke ersetzt. Dabei geht es heutzutage nicht mehr um die Vertreibung von Dämonen. Das Silvesterfeuerwerk ist ein Ausdruck der Freude und zur Begrüßung des bevorstehenden neuen Jahres.

Knaller, Feuerwerk, Kirchenglocken, Walzermusik und Sektkorken – Lärm und Musik sind aus den meisten Kulturen genauso wenig wegzudenken wie die Glückwünsche.

Meist wünscht man sich “einen guten Rutsch”. Wobei der “gute Rutsch” nichts mit einem “Hinüberrutschen” ins neue Jahr zu tun hat. Der Ausdruck geht auf das hebräische Wort “rosch” zurück, das “Anfang” bedeutet, also den Beginn des neuen Jahres.

Zum Neujahr wird traditionell mit einem Glas Sekt angestoßen und man sagt “Prosit Neujahr” oder “Prost Neujahr”. Das Wort “Prosit” ist lateinisch und bedeutet “es möge gelingen”.

Aber auch die Traditionen, wie Blei gießen, Fondue essen, “Dinner for One” einschalten, Feuerwerk gucken – gehören zum Pflichtprogramm der Deutschen Silvester Gemeinde.

Besonders beliebt sind auch bekannte Trink- und Partyspiele wie das bekannte “Flaschen Drehen” oder Zetteln.

Der kulinarische Teil einer guten Silvesterparty wird meist von einem leckeren Silvester-Essen begleitet. Dazu zählt neben dem klassischen Käse-Fondue auch immer häufiger das Raclette.