Manch eine Lebensmittelkombination sorgt bei dem ein oder anderen statt Begeisterung eher für Skepsis oder gar Ekel. Hinter ungewöhnlichen Kombinationen wie Schokoladenmousse mit Röstzwiebeln steckt aber nicht ausschließlich Kreativität oder reiner Zufall – nein. Das gezielte Kombinieren von Lebensmitteln ist unter dem Begriff „Food Pairing“ bekannt und zur Zeit (im wahrsten Sinne des Wortes) in aller Munde.

Dieser Trend basiert auf einer wissenschaftlichen Methode, mit welcher festgestellt werden kann, welche Zutaten besonders gut zusammenpassen. Alle fünf Sinne des Menschen – Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken – werden bei der Nahrungsmittelaufnahme einbezogen, jedoch wird das Geschmackserlebnis zentral von den letzteren drei geprägt.

Der Geschmack kann in weitere fünf Kategorien eingeteilt werden und alles was wir essen, wird entweder bitter, sauer, salzig, süß oder umami wahrgenommen. Umami ist hiervon die unbekannteste Geschmacksrichtung, doch beschreibt es eigentlich den klassisch fleischigen oder würzigen Geschmack von Lebensmitteln.

Anders als wahrscheinlich von den meisten vermutet, trägt der reine Geschmack nur zu 20 Prozent zur Gesamtwahrnehmung eines Lebensmittels bei. Viel mehr sind die Aromen dafür verantwortlich, dass die Wahrnehmung primär durch den Geruch geprägt wird. In jedem Lebensmittel sind zahlreiche Aromen enthalten, welche den Grundstein für das Food Pairing bilden. Denn anhand von Aromaprofilen wird jede Zutat in ihre einzelnen Aromen aufgeschlüsselt und letztendlich kann eine Übersicht erstellt werden, welche Lebensmittel Gemeinsamkeiten aufweisen und demnach ein Match sind.

Dass die Übereinstimmung von Hauptaromakomponenten der Schlüssel zum  Geschmackserfolg ist, hat der Engländer Heston Blumenthal entdeckt. Er kredenzt den Gästen des Restaurants „The Fat Duck“ abwechslungsreiche und revolutionäre kulinarische Spezialitäten. Seit der zufälligen Erkenntnis, dass Kaviar mit weißer Schokolade harmoniert, bringt das mit drei Michelinsternen ausgezeichnete Gourmet-Restaurant ungewöhnliche und gleichermaßen beliebte Paarungen auf die Teller der neugierigen Gäste.

Wer mutig ist und für neue Geschmackskombinationen nicht extra nach England reisen möchte, kann sich zu Beginn auch selbst ausprobieren und dieses Rezept nachkochen.

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g Vollkorn-Spaghettini
  • 200 g Steinpilze
  • 200 g Brombeeren
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 Zweige Thymian
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • Parmesan
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

  • Zu Beginn die Vollkorn-Spaghettini kochen.
  • Währenddessen die Steinpilze putzen, in Scheiben schneiden und gemeinsam mit den Thymianzweigen in 1 EL Olivenöl anbraten.
  • Dann die Pilze nach Geschmack salzen und beiseite stellen.
  • Die Zwiebeln in kleine Würfel und den Knoblauch in feine Scheiben schneiden und in dem restlichen Olivenöl für etwa 5 Minuten anrösten.
  • Danach die Pilze hinzufügen und zuletzt die Brombeeren unterheben und alles mit Pfeffer und Salz würzen.
  • Gemeinsam mit den Nudeln servieren und Parmesan darüber geben.